08/2026 – Monatsupdate

Der August war fast das Gegenteil des Julis. Statt Kriegsangst und Ölpreisschock gab es eine Rekordjagd. Die US-Inflation kühlte im Juli überraschend ab, die Jahresrate rutschte auf rund 3,3 bis 3,4 %, und das reichte, um die Aktienmärkte zu neuen Höchstständen zu tragen. Getragen wurde die Rally vor allem wieder von den großen KI-Namen wie Nvidia (Chiphersteller, dessen Prozessoren das Rückgrat der KI-Rechenzentren bilden) und AMD, die mit außergewöhnlichen Ergebniszahlen aufwarteten und die Fantasie rund um künstliche Intelligenz erneut befeuerten.

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So weit, so gut, könnte man meinen. Aber genau das ist der Punkt, an dem wir hellhörig werden. Während die Kurse kletterten, fiel die Volatilität, die mitunter für die Preisfindung an den Optionsmärkten verantwortlich ist, auf einen niedrigen Stand. Eine geringe Volatilität bei gleichzeitig neuen Rekordständen ist historisch selten ein gutes Omen, vor allem im Spätsommer eines Jahres mit US-Zwischenwahlen, einer Phase, die statistisch gesehen zu den wackligeren im Kalender zählt.

 

VIX index
Quelle: Google finance

 

Die Geopolitik nahm sich derweil eine kurze Verschnaufpause, um dann gegen Monatsende mit neuen US-Sanktionen gegen den Iran wieder aufzuflammen. Die neuen Inflationszahlen gepaart mit der aktuellen Geopolitik führten zu einem massiven Aufschwung beim Goldpreis. Am Monatsende notierte Gold nahe einem Dreimonatshoch bei rund 4.640 Dollar je Feinunze, im Monatsverlauf über 13 % im Plus, getrieben auch von der erneuten Ausweitung des US-Anleihenrückkaufprogramms, was Sorgen über die Verschuldung und den Wert des Dollars wieder anfachte.

Kryptowährungen

Bei Kryptowährungen ging es diesen Monat wie auf einer Achterbahn zu. Bitcoin startete den August tief in den 60.000ern, nahe seinem Jahrestief, und kletterte dann bis Monatsende auf fast 80.000 Dollar, getrieben von wiederkehrenden Zuflüssen in Bitcoin-ETFs und einer Short-Squeeze (einer Kettenreaktion, bei der auf fallende Kurse wettende Investoren ihre Positionen eindecken müssen und den Kurs damit selbst weiter nach oben treiben). Eine steile Erholung, aber keine, auf die man sich verlassen sollte, wenn man sieht, wie schnell die Richtung in diesem Jahr schon gewechselt hat.

08-26 btc

 

Über allem schwebt weiterhin die Fed. Nach der Zinspause im Juli richten sich alle Blicke jetzt auf das Notenbanken-Symposium in Jackson Hole, das mit der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am letzten Freitag im August ins Zentrum rutscht. Sie gilt als das letzte wichtige Signal vor der Zinsentscheidung im September. Schwächere Einzelhandelszahlen und ein enttäuschender Arbeitsmarktbericht haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September zuletzt deutlich sinken lassen, auf etwa ein 30%. Wie hawkish oder gelassen Warsh klingt, dürfte den Ton für die kommenden Wochen setzen.

 

 

08-26 fear and greed

Quelle: https://edition.cnn.com/markets/fear-and-greed

 

Anpassungen im letzten Monat 

Wir haben der Rally nicht geglaubt, zumindest nicht genug, um sie ungesichert mitzunehmen. Weil die Absicherung über Optionen durch die niedrige Schwankungsbreite so günstig war wie lange nicht, haben wir Put-Optionen auf den S&P 500 gekauft (Verkaufsoptionen, die im Wert steigen, wenn der Markt fällt, und damit wie eine Versicherung für das Portfolio wirken). Das ist keine Wette gegen den Markt, sondern ein Schutzschirm, den wir uns leisten konnten, gerade weil kaum jemand ihn wollte. Zusätzlich haben wir das Portfolio noch breiter aufgestellt und beobachten die Marktlage derzeit besonders intensiv.

 

Warum Vorsicht bei Rekordständen kein Widerspruch ist

Eine Rally und Vorsicht schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, ausgerechnet dann, wenn alle zufrieden nach oben schauen und Absicherungen aus der Mode kommen, sind sie am günstigsten zu haben. Sollte sich die gute Stimmung als tragfähig erweisen, kostet uns das nur einen kleinen Betrag an Prämie. Sollte sie es nicht, sind wir dafür gerüstet. Das ist der Kerngedanke hinter unserer breiteren Aufstellung: nicht raten, wohin sich der Markt als Nächstes bewegt, sondern für mehrere Ausgänge gleichzeitig vorbereitet sein. 

 

 

Fazit & Ausblick für September 2026:

Die kommenden Wochen sind vollgepackt: die Jackson-Hole-Rede, der PCE-Inflationsbericht (das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß) noch in dieser Woche, der Arbeitsmarktbericht Anfang September und schließlich die Zinsentscheidung selbst am 16. und 17. September. Jeder dieser Termine kann die Richtung kurzfristig drehen.

Wir bleiben breit aufgestellt, behalten unsere Absicherung bei und beobachten die Entwicklung sehr genau, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass ein einzelner lauter Monat selten das langfristige Bild verändert.

 

 

 

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