01/2026 – Monatsupdate

Der Jänner 2026 startete mit genau jenem Spannungsfeld, das die Märkte schon zum Jahresende begleitet hatte: einer Wirtschaft, die sich weiterhin solide zeigt, gleichzeitig aber Anzeichen einer leichten Abkühlung erkennen lässt. Weiters zieht die Inflation erneut leicht an. Der dämpfende Effekt der im Vorjahr stark gefallenen Ölpreise zeigt im neuen Jahr weniger Wirkung, was die Inflationsdaten im Jänner wieder etwas fester erscheinen ließ. Die US‑Notenbank bleibt daher vorsichtig: Zinssenkungen sind weiterhin möglich, aber nicht im Tempo, das die Märkte sich lange erhofft hatten. Dazu kommt geopolitische Nervosität – nicht zuletzt durch Trumps jüngste Ankündigungen zur Einschränkung institutioneller Käufe am US‑Immobilienmarkt, die in bestimmten Segmenten zu erhöhter Volatilität führten. Auch mögliche geopolitische Spannungsfelder wie das diskutierte Grönland‑Szenario hinterließen im Markt atmosphärische Spuren.

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Vor diesem Hintergrund haben wir im Jänner 2026 gezielt Anpassungen im Portfolio vorgenommen. Wir haben unsere Position in sehr kurzfristigen US‑Treasuries (0–1 Jahre) reduziert. Diese Titel waren im vergangenen Jahr ein idealer Parkplatz – sicher, liquide, renditestark für ihr Risikoprofil. Doch zum Jahresauftakt wurde klar: Die Renditedifferenz zu inflationsgeschützten Papieren ist weniger attraktiv, der „Carry‑Vorteil“ dünnt sich aus, und die Sensitivität gegenüber veränderten Zinserwartungen steigt. Kurz gesagt: Der defensive Parkplatz hat seinen Zweck erfüllt, aber im aktuellen Umfeld gibt es strategisch sinnvollere Einsatzorte für Kapital.

 

Fear and greed index 0126

1. US-Inflation-Linked-Bonds (TIPS)

Die Inflation ist wie ein Partygast, von dem alle dachten, er sei längst weg – und plötzlich steht er doch wieder in der Tür.

Darum haben wir die Allokation in US‑Inflation‑Linked Bonds (TIPS) aufgebaut. Die wieder anziehenden Inflationstendenzen – begünstigt durch den abnehmenden dämpfenden Ölpreiseffekt – sprechen klar für ein Instrument, das dann gewinnt, wenn die tatsächliche Inflation über den Erwartungen liegt. Zudem stärken TIPS in der aktuellen globalen Gemengelage die Robustheit des Portfolios gegenüber Rohstoffpreisrisiken und anderen geopolitischen Ereignissen.
 

2. Japanische Staatsanleihen

Parallel dazu haben wir unsere Position in japanischen Staatsanleihen (JGBs) erhöht.

Der Yen hat in den vergangenen drei Jahren fast 30 % an Wert verloren und wirkt inzwischen wie eine deutlich unterbewertete Währung, die nur darauf wartet, dass jemand das Licht wieder einschaltet. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Bank of Japan: Die Inflation ist höher als früher, die Wirtschaft spürt die teuren Importe, und politisch wird es immer schwieriger, die extreme Yen‑Schwäche zu ignorieren. Sollte die Notenbank eingreifen – sei es durch eine geringfügige Straffung der Geldpolitik oder direkte Stützung am Devisenmarkt –, könnte der Yen deutlich aufwerten. Genau das macht japanische Staatsanleihen jetzt attraktiv: Man kauft sie in einer sehr schwachen Währung, mit dem Potenzial, dass sich dieser Wechselkurs später spürbar zu Ihren Gunsten bewegt.

Dazu kommt die Zinskurve, die für japanische Verhältnisse fast schon wie ein Neustart aussieht. Während die ganz kurzen Laufzeiten noch knapp unter einem Prozent liegen, steigen die Renditen ab zwei Jahren spürbar an und erreichen im langen Bereich zwischen drei und vier Prozent. Nach Jahrzehnten von Nullzins ist das ein echter Rendite-Weckruf. Entscheidend ist: Wenn die Bank of Japan nicht massiv weiter anhebt oder später sogar wieder etwas lockert, profitieren bestehende Anleihen zusätzlich durch Kursanstiege. Und wenn dann auch noch der Yen dreht, könnte das Investment einen doppelt positiven Effekt erhalten – Zins plus Kursgewinn plus Währungsschub.

 

JP30Y_2026-02-04_14-44-17
Quelle: https://de.tradingview.com/symbols/TVC-JP30Y/
Chart: 30Y Japan Yield

 

Fazit:

 

Der Jänner 2026 hat gezeigt, dass Stabilität und Unsicherheit aktuell eng beieinanderliegen. Eine solide Konjunktur, wieder anziehende Inflation und geopolitische Spannungen erfordern einen klaren, vorausschauenden Blick. Mit der Umschichtung aus sehr kurzfristigen US-Treasuries hin zu inflationsgeschützten Anleihen und japanischen Staatsanleihen haben wir das Portfolio gezielt robuster aufgestellt. Unser Fokus lag dabei auf realem Werterhalt, sinnvoller Diversifikation und dem bewussten Nutzen von Chancen, die sich gerade in einem herausfordernden Umfeld ergeben.

 

 

 

 

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